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3 Jahre Beratung gegen Zwangsheirat - Presseerklärung

 

Bielefeld, Juni 2010. Anlässlich des dreijährigen Bestehens der Online-Beratung gegen Zwangsheirat haben wir gerade eine Presseerklärung veröffentlicht. Wir dokumentieren sie nachfolgend in deutscher und kurdischer Sprache.

"3 Jahre Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat in NRW. Mädchenhaus veröffentlicht statistische Zahlen der drei Projektjahre: Es konnte bereits in 518 Fällen von Zwangsheirat beraten werden.

Im Auftrag und gefördert vom Land NRW werden von Bielefeld aus nrw-weit Mädchen und junge Frauen zum Thema Zwangsheirat beraten, informiert und erhalten bei Bedarf Schutz und Hilfeangebote.

Das Mädchenhaus Bielefeld e.V. zieht Resümee aus den ersten drei Jahren der Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat. 'Im Schnitt ist jeden 2. Tag ein neuer Fall im Mädchenhaus angekommen', erklärt Birgit Hoffmann, Geschäftsführerin des Mädchenhauses in Bielefeld. 'Das Beratungsangebot ist ressourcenorientiert. In vielen Fällen werden die Beratungen über einen langen Zeitraum geführt, um das Mädchen in seiner Entscheidung und Selbstbestimmung zu unterstützen und um eine Zwangheirat verhindern zu können', führt sie weiter aus. Besonders zu den Ferienzeiten müssen die Beraterinnen rasch handeln, wenn es um eine Verschleppung und Verheiratung der betroffenen Mädchen in die Herkunftsländer der Eltern geht.

Bei den ratsuchenden Mädchen handelt es sich um Betroffene, die verschiedenste Migrationshintergründe aufweisen, zumeist aber um die zweite beziehungsweise dritte Generation der Zuwanderer. Die Strategien, um eine Zwangsheirat durchzusetzen, reichen von sozialer Kontrolle, Verbot des Schulbesuchs, Einschränkung in der Selbstbestimmung über moralische Erpressung bis hin zu körperlicher Gewalt und Androhungen von Mord. Die Auswirkungen einer angedrohten bzw. Zwangsverheiratung können Ängste, Isolierung, Depressionen, Selbstverletzungen, Suizide und chronische psychosomatische Belastungserkrankungen sein.

Um Mädchen das Angebot bekannt zu machen, führen die Beraterinnen neben Öffentlichkeitsarbeit durch Plakate, Flyer und durch Bekanntheit bei Suchmaschinen im Internet auch jährlich 40 Schulveranstaltungen in NRW durch.

Der Vorteil des Beratungsangebotes liegt in seiner Anonymität und Niedrigschwelligkeit. Die Ratsuchenden können sich per E-Mail, Einzelchat oder Gruppenchat in einem geschützten Rahmen an die Online -Beratungsstelle wenden. Bei Bedarf besteht die Möglichkeit, sich auch telefonisch oder persönlich beraten zu lassen.

Die meisten Beratungen 93 % werden in deutscher Sprache geführt‚ da die Mädchen meist hier aufgewachsen sind und in Deutschland zur Schule gehen. Dennoch ist es für die Mädchen wichtig, dass die Beraterinnen aus ähnlichen Kulturen stammen und sich in die Situation besser einfühlen können. Die Homepage steht in sechs Sprachen zur Verfügung: deutsch, englisch, türkisch, kurdisch, albanisch und arabisch.

Neben der direkten Hilfe der Mädchen konnte die Online-Beratung als Fachstelle gegen Zwangsheirat viel bewegen. So informierten die Beraterinnen professionelle MultiplikatorInnen aus Jugendhilfe, Polizei, Schulen und Beratungsstellen über die Thematik, hielten landes- und bundesweit als Expertinnen Fachvorträge.

Die Anzahl der Fälle, in denen eine Zwangheirat verhindert werden konnte, ist statistisch schwerer nachzuvollziehen, weil sich nicht alle Mädchen bei den Beraterinnen zurückmelden, aber in vielen Fällen konnte bereits das Schlimmste verhindert werden. „Je früher sich die Mädchen an die Online-Beratung wenden, umso besser sind die Chancen für alle Beteiligten ohne Gesichtsverlust einen anderen Weg einschlagen zu können“, berichtet eine Beraterin.

Seit Beginn des Jahres 2010 führt das Mädchenhaus Bielefeld die Online-Beratung auch für das Bundesland Saarland durch."


"3 sal şêwirdarî ji bo parastina ji zewaca bi zorê li NRW. Mala Keçan hejmarên îstatîstîkî ya pojeyên sê salîn belav dike: Me karî wek şewirdar alîkariya 518 bûyeren zewaca bi zorê bikin.

Li ser navê û bi pişgiriya eyaIeta NRW, li Bielefeld û seranserê NRW, bi keç û jinên ciwan, li ser babeta zewaca bi zorê hat şewirîn, agahdarî hat dayîn û ji bo hêwirîn û alîkariyê hewcedarî hatin bicîh anîn.

Mala Keçan Bielefeld e.V. encama kar û xebata şewirdariya li ser înternetê ya parastina ji zewaca bi zorê ya 3 salên ewilîn eşkere dike. Berpirsiyara Mala Keçan li Bielefeld Birgit Hoffmann encaman weha eşkere dike: „Hema hema, di her du rojan carek, ji bo bûyerek nû daxwaza alîkariyê ji Mala Keçan hat kirin“ û lê zêdê dike: "Pêşkêşiya şewirdariyê li ser babetan hatiye cuda kirin. Di piraniya bûyeran da şêwirdarî wextekî dûr û dirêj ajot, da ku keç, bi biryara wan bi xwe bên parastin û pêşî li zewaceke bi zorê bê girtin." Bi taybetî, di rojên betlanan da diviyabû şewirdar bi lez tevbigerin, ger keç bi zorê ber bi welatên malbatan bên birin û li wir bên zewicandin.

Keçên ku daxwaza şewirdariyê dikin, ji malbatên koçber yên welatên cuda ne, piranî jî ji nifşa (generasyona) duwemîn anj jî sêwemîn ya malbatên penaber in.

Di stratejiya pêkanîna zewaca bi zorê da ev metod tên bikar anîn: Kontrola civakî, qedexekirina çûyina dibistanê, astengkirina bixwebiryardayînê, şantaja exlaqî heta îşkence, teda û gefa kuştinê.

Tehdît an jî zewaca bi zorê dikare van encaman bi xwe ra bîne: Tirs, tecrît, depresyon, xwe birîndar kirin, întîhar, nexweşiyên genetîk yên psîkolojîk.

Ji bo ku keçan ji xebata şêwirdariyê agahdar bikin, şewirdar, kar û xebatên ji bo raya giştî, wek plakat, afiş, agahdariya li ser malperên înternetê û her weha li NRW her sal 40 civînên dibistanan li dar dixin.

Avantaja şêwirdariyê di anonîmbûn û hêsabûna wê da ye. Hewcedarên şêwirdariye dikarin bi riya E-Mail, sohbeta bi tenê an jî bi komî ya di odeyeke taybet ya malperên înternetê muracatî buroya şêwirdariyê bikin. Ger hewce bibe, şêwirdariya li ser têlefonê an jî rû bi rû jî mumkun e.

Piraniya şewirdariyan (di sedî da 93) bi zmanê Elmanî bûn, ji ber ku piraniya keçan li vir mezin bûne û li Elmanyayê diçin dibistanê. Her weha ji bo keçan giring e, ku şewirdar ji heman kulturî ne û ji bo vê yekê jî wê bikaribin rewşa wan baştir hîs û fêm bikin. Malper bi 6 zmanan xizmet dide: Elmanî, Îngilizî, Tirkî, Kurdî, Albanî (Arnawûtî) û Erebî.

Digel alîkariya raste rast ji bo keçan, şewirdariya li ser înternetê wek navendeke pispor dijî zewaca bi zorê, di hin hêlên din da jî kar û xebatên çalak pêk anîn. Şêwirdar li gel dezgehên ciwanan, li gel polîs, dibistan û cihên şewirdariyê yên din çalakvanên profesyonel agahdar kirin û li ser vê babetê li eyalet û seranserê welat wek pispor civîn li dar xistin.

Zehmet e, ku mirov kar û xebata li ser pêşî lê girtina zewaca bi zorê wek istatîstîkî hejmarek pêşkêş bike, ji ber ku keç bi giştî cara duduyan li ser rewşa xwe agahdarî nadin şêwirdaran, lê belê piranî peşî li xirabtirîn bûyeran hatiye girtin. Şêwirdarek dîtinên xwe weha eşkere dike: "Çiqas zûtir keç muracatê şêwirdariya li ser înternetê bikin, beriya riya nevegerê, şansê hemû aliyan ê ku bikaribin riyeke din bibînin, zêdetir dibe."

Mala Keçan Bielefeld, di despêka 2010´an vir da şêwirdariya li ser înternetê li eyaleta Saarlandê jî bi rê va dibe."

 

Neuer Elternbrief zum Thema Zwangsheirat als kostenloser Download

 

Bielefeld, Mai 2010. Vor kurzem ist ein Elternbrief zum Thema Zwangsheirat an Fachleute und Multiplikatorinnen und Multiplikatoren versandt worden. Er ist im Auftrag der Landesregierung NRW vom Arbeitskreis Neue Erziehung e. V. entwickelt und in fünf verschiedenen Exemplaren - jeweils in Deutsch und in den Fremdsprachen Türkisch, Kurdisch, Arabisch, Albanisch und Englisch - herausgegeben worden.

In einem langen Brief wendet sich das Mädchen Aysun an seine Eltern und versucht ihnen zu erklären, warum sie damals, als sie mit dem Sohn des Cousins des Vaters verheiratet werden sollte, von Zuhause fortgelaufen ist. Nachdem sie ihren eigenen Weg gefunden hat, wünscht sie sich nun wieder Kontakt mit ihrer Familie. Sie beendet ihren Brief mit der sehnlichen Bitte, die Eltern mögen bei ihrer für das kommende Jahr geplanten Heirat mit Kemal, einem ehemaligen Schulkameraden und Freund, den sie liebt, dabei sein.

"Zwangsheirat ist kein Kavaliersdelikt", schreibt Armin Laschet, Minister für Generationen, Familie, Frauen und Integration, in dem Anschreiben, mit dem der Elternbrief verschickt wird. "Jemanden zur Eingehung einer Ehe zu zwingen, verstößt gegen unsere Rechts- und Werteordnung und wird strafrechtlich sanktioniert. Entgegen weit verbreiteter Ansicht ist Zwangsheirat keine Frage der Religion und beschränkt sich auch nicht auf den islamischen Kulturkreis. Sie ist vielmehr ein Relikt überholten archaischen und patriarchalischen Denkens."

Der Elternbrief richtet an Mütter und Väter den Appell, bei all ihren Entscheidungen dem Wohl der Kinder oberste Priorität einzuräumen und wirbt für Verständnis, Toleranz und elterliches Vertrauen. Neben den Eltern werden auch die potenziellen Opfer angesprochen und darin bestärkt, selbstbewusst für ihre Rechte einzutreten. Interessierte können den Elternbrief Zwangsheirat auf der Homepage des Arbeitskreises Neue Erziehung e. V. bestellen oder hier als PDF-Dokument herunterladen:

Postalische Bestellmöglichkeit: Arbeitskreis Neue Erziehung e.V., Hasenheide 54, 10967 Berlin, Telefon: 030/259006-0, Fax: 030/259006-50 E-Mail: ane@ane.de

 

Website "zwangsheirat-saarland.de" ist online

 

Bielefeld, Mai 2010. Das saarländische Ministerium für Arbeit und Soziales hat am Freitag, den 21.05.2010 zusammen mit dem runden Tisch gegen Menschenhandel, dem Deutsch-Ausländischen Jugendclub (DAJC) und weiteren saarländischen Migrantenorganisationen die Kampagne „Nein zu Zwangsheirat“ ins Leben gerufen.

Neben Postkarten, Broschüren in mehreren Sprachen und einem kostenlosen Krisentelefon 0800-16 11 111, steht im Zentrum der Kampagne der Internetauftritt www.zwangsheirat-saarland.de, über den die "Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat" erreicht werden kann.

Die anonyme und kostenlose Online-Beratung wird von uns, dem Mädchenhaus Bielefeld, durchgeführt.

 

Aufsatz im e-Beratungsjournal

 

Bielefeld, Mai 2010. Im e-beratungsjournal.net, einer Fachzeitschrift für Online-Beratung und computervermittelte Kommunikation, hat die Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat einen Aufsatz veröffentlicht, der auch als kostenloses PDF vorliegt.

Der Artikel befasst sich mit dem Angebot der Online-Beratung "sowie den Erfahrungen in der konkreten Beratung. Darüber hinaus werden die interkulturellen Identitätsambivalenzen näher verdeutlicht, in denen sich Mädchen und junge Frauen, die von einer Zwangsheirat bedroht oder betroffen sind, befinden. Am Beispiel der E-Mail-Beratung wird aufgezeigt, dass dieses spezialisierte Angebot auf besondere Weise den betroffenen Mädchen und jungen Frauen die Möglichkeit gibt, sich Hilfe zu holen, denen der Zugang zu Beratung sonst nicht möglich wäre. Der Artikel schließt mit einem Erlebnisbericht" (heißt es in der Einleitung).

Der Aufsatz kann hier heruntergeladen werden.

 

Filmtipp: Die Fremde (Kinostart: 11.03.10)

 

Filmplakat

Bielefeld, Februar 2010. Die türkischstämmige Deutsche Umay (Sibel Kekilli) bricht aus ihrer lieblosen und gewalttätigen Ehe in Istanbul aus, um nach Deutschland zurück zu kehren. Doch bei ihren Eltern in Berlin, wo sie aufgewachsen ist, stößt ihre Entscheidung, aus ihrer Ehe auszubrechen, auf Unverständnis. Sie gerät in den Konflikt zwischen den patriachalen Wertvorstellungen ihrer Familie und ihrem persönlichen Wunsch nach Selbstbestimmung für sich und ihren Sohn.

Den Trailer zum Film gibt's hier. Ein Interview zwischen TERRE DES FEMMES mit Sibel Kekilli zum Film "Die Fremde" kann man hier als PDF herunterladen.

Seit 2004 engagiert sich Sibel Kekilli als Botschafterin gegen Ehrverbrechen bei TERRE DES FEMMES:

Kekilli

 

"Ehrenmord" - Prozesse

 

Bielefeld, Dezember 2009. Erstmals wurde auch der geistige Urheber eines „Ehrenmordes“ an seiner Tochter schuldig gesprochen. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Vater im März 2009 seine Tochter (Gülsüm S., 20 Jahre) ermorden ließ. Er wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Mit diesem Urteil ist es zum ersten Mal gelungen, auch den Anstifter für einen Ehrenmord zur Verantwortung zu ziehen.

Mehr dazu auf der Website 'ehrverbrechen.de'.

 

FUMA-Fachtagung am 26. Juni 2009 in Essen

 

Fachtagung Fuma e.V.

Bielefeld, Mai 2009. Unter dem Titel "Ich bin genau wie du – und ganz anders! Interkulturelle und geschlechtsbewusste Pädagogik – eine Bereicherung für die Kinder- und Jugendhilfe" veranstaltet die FUMA Fachstelle Gender NRW am Freitag, den 26.06.2009 ihre diesjährige Fachtagung, an der auch die Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat teilnimmt. In der Einladung zur Tagung heißt es:

"Mädchen und Jungen haben es bei den Themen 'geschlechtliche Identität' und 'ethnische Herkunft' mit ähnlichen Herausforderungen zu tun: sie sehen sich verallgemeinernden Zuschreibungen und Vorurteilen in Bezug auf ihr Geschlecht und ihre Herkunft ausgesetzt und kämpfen häufig mit diesbezüglichen (Ab)wertungs- oder Ausgrenzungserfahrungen.

Gleichwohl gilt es sowohl in der geschlechtsbewussten- wie in der interkulturellen Pädagogik die individuellen Ressourcen von Kindern und Jugendlichen wahrzunehmen, zu stärken und zu fördern."

Mehr zur Tagung hier. Der Flyer zur Tagung kann hier als PDF-Dokument heruntergeladen werden.

 

Einladung zum 5. Zilan-Frauenfestival

 

Bielefeld, Mai 2009. Die Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat lädt alle Interessierten zur Teilnahme am Zilan-Frauenfestival ein, das am 06. Juni zum fünften Mal in Gelsenkirchen stattfindet.

Zilan-Festival

 

Online-Beratung verzeichnet bereits im ersten Jahr 200 Fälle

 

Bielefeld, September 2008. In einer Presseerklärung, die das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen bereits am 08.08.08 herausgegeben hat, zieht der Minister Armin Laschet nach einem Jahr ein positives Resümee der Arbeit der Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat.

In der Erklärung heißt es u.a.: "Die Zahlen des ersten Projektjahres belegen, dass dieses Angebot in Trägerschaft des Mädchenhauses Bielefeld die gewünschte Zielgruppe auch tatsächlich erreicht ... 200 Personen wurden per Telefon oder E-Mail zum Thema Zwangsheirat beraten und über bestehende Hilfeangebote informiert. Dabei wandten sich nicht nur Mädchen und junge Frauen, sondern auch 28 junge Männer hilfesuchend an die Online-Beratung ... Wir sind sicher, dass die Anzahl der Mädchen und jungen Frauen, die von Zwangsheirat betroffen sind, noch wesentlich höher ist. Je bekannter das Angebot wird, desto stärker wird die Zahl der Nachfragen ansteigen".

Und weiter heißt es: "84 Prozent der Beratungen werden in deutscher Sprache geführt, denn die Mädchen sind meist hier aufgewachsen und gehen in Deutschland zur Schule. Dennoch ist es für die Mädchen wichtig, dass die Beraterinnen aus einem ähnlichen Kulturkreis stammen und sich aus ihrer Sicht dadurch besser in die Situation einfühlen können ... Wenn es die Gefährdungslage erfordert, sorgen die Mitarbeiterinnen der Online-Beratung für die sichere und geheime Unterbringung der Opfer. 24 Mädchen und junge Frauen haben sich mit diesem Wunsch an die Einrichtung gewandt. In wie vielen Fällen eine Zwangheirat tatsächlich verhindert werden konnte, ist statistisch kaum nachzuvollziehen. Denn nicht alle Mädchen melden sich bei den Beraterinnen zurück. 'Je früher sich die Mädchen an die Online-Beratung wenden, umso besser sind die Chancen für alle Beteiligten, ohne Gesichtsverlust einen anderen Weg einschlagen zu können', berichtete eine Beraterin."

Den kompletten Wortlaut der Presseerklärung gibt es hier.

 

Lesung: Mädchen auf der Flucht

 

Bielefeld, September 2008. Anlässlich des 50. Jubiläums veranstaltet der Soroptimist Club Bielefeld zu Gunsten des Mädchenhauses Bielefeld e.V. die Lesung "Mädchen auf der Flucht - von der Antike bis in die Neuzeit". Es liest die Schauspielerin Ulrike Müller.

Termin: Freitag, 12. September 2008, 19.30 Uhr (Einlass ab 19.00 Uhr),
Ort: Gemeindesaal der Neustädter Marienkirche, Papenmarkt 10a, 33602 Bielefeld

Vorverkaufsstellen: Tourist Information, Neues Rathaus; Buchladen Eulenspiegel, Hagenbruchstr. 7; Gisela Mertens, Obernstr. 1a

 

Mädchengeschichten - Dokumentarfilmreihe in 3sat

 

Mädchengeschichten

Bielefeld, Juli 2008. Anlässlich des 10-jährigen Jubiläums der Dokumentarfilmreihe zeigt 3sat von Juni bis Oktober 2008 dreizehn Mädchengeschichten in Folge, vier davon in Erstausstrahlung.

Erzählt mit den Mitteln des klassischen Dokumentarfilms, stellen die Filme der Reihe in je 30 Minuten junge Frauen von morgen vor, die heute noch auf der Schwelle zwischen Kindheit und Erwachsensein stehen. Im Mittelpunkt eines jeden Films steht jeweils ein Mädchen. Regie führen ausschließlich Filmemacherinnen, von denen einige aus den Herkunftsländern ihrer Protagonistinnen stammen. So präsentiert die Reihe nicht nur verschiedene Lebensentwürfe junger Frauen, sondern auch unterschiedliche dokumentarische Erzählweisen internationaler Regisseurinnen.

Mehr dazu auf der Website von 3sat (dort auch die jeweiligen Sendetermine).

 

Online-Beratung gegen Zwangsheirat auf Jugendhilfetag

 

Jugendhilfetag

Bielefeld, Juni 2008. Vom 18. – 20. Juni 2008 findet in Essen der 13. Kinder- und Jugendhilfetag statt. Zusammen mit dem Mädchenhaus Bielefeld präsentiert die Online-Beratung gegen Zwangsheirat ihre Angebote in Halle 11 am Stand 417. Über einen Besuch an unserem Stand freuen wir uns.

Das Programm des Jugendhilfetages gibt es als PDF hier zum Download.

 

Internationaler Frauentag 2008 - Film und Diskussion

 

Frauentag 2008

Bielefeld, März 2008. Die Gleichstellungsstelle für Frauenfragen der Stadt Bielefeld zeigt aus Anlass des Internationalen Frauentages am Sonntag, den 08. März 2008, um 16.30 Uhr im Rochdale-Raum des Alten Rathauses den Film "Iss Zucker und sprich süß - Zwangsheirat, die sogenannte Familienehre und ihre Opfer". Anschließend gibt es eine Diskussion mit Sigrid Dethloff, der Filmemacherin, und Tülay Kanat von der Online-Beratung gegen Zwangsheirat des Mädchenhauses Bielefeld.

Die Einladung zur Veranstaltung gibt es als PDF-Dokument hier.

 

Wettbewerb für Kurzfilm-Treatments zum Thema Zwangsheirat

 

Logo Frauenfilmfestival

Bielefeld, Februar 2008. EU-Kooperationsprojekt des IFFF Dortmund | Köln und der türkischen Frauenorganisation Flying Broom

Zwangsheirat und Kinderehe sind in vielen Teilen der Welt ein schwerwiegendes soziales wie kulturelles Problem. Viele Betroffene geraten in eine Situation, in der ihre Rechte auf Ausbildung, Gesundheit, Meinungsfreiheit sowie die Einhaltung ihrer sozialen Rechte nicht mehr gewährleistet sind.

Die türkische NGO Flying Broom und das Internationale Frauenfilmfestival Dortmund | Köln haben daher gemeinsam mit der Unterstützung durch die Europäische Union ein Kurzfilmprojekt initiiert, dessen Ziel es ist, das öffentliche Bewusstsein für dieses Thema zu schärfen.

Die Ausschreibung wird in beiden Ländern zeitgleich und unabhängig durchgeführt. Bis zum 15. April 2008 können Treatments eingereicht werden für fiktionale Kurzfilme zum Thema Zwangsheirat und Kinderehe, die ohne Dialoge realisiert werden müssen. Damit sollen Sprachbarrieren überwunden und visuelles Denken gefördert werden.

Zwei unabhängige Juries wählen im Mai 2008 jeweils fünf Einreichungen aus jedem Land aus. Die GewinnerInnen des Wettbewerbs werden zu Drehbuch- und Produktionsworkshops nach Ankara eingeladen. Zum Ende des Projektes werden zwei der Kurzfilme im Juli diesen Jahres in Ankara produziert.

Weitere Informationen und die Antragsunterlagen finden sich unter www.frauenfilmfestival.eu.

 

UNICEF-Foto des Jahres

 

Unicef-Foto des Jahres

Bielefeld, Dezember 2007. Die Kinderhochzeit ist eine der extremsten Formen der Zwangsheirat. Oft wird versucht, als Rechtfertigung von Zwangsehen Traditionen und Religionen zu missbrauchen. Keine Religion legitimiert jedoch eine Zwangsehe! Die Erfahrung der „Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat“ zeigt, dass nicht nur im Ausland diese Gewalt stattfindet, sondern es auch in Deutschland eine hohe Dunkelziffer von Zwangsehen gibt.

In beiden Fällen geht es um die Verachtung von Kindheit und um die Versklavung der Betroffnen. Zwangsheirat ist eine Menschenrechtsverletzung!

Deshalb begrüßen wir die öffentliche Debatte und die Aufmerksamkeit auf die Situation der Opfer. Wir hoffen, dass dieses von der UNICEF zum Foto des Jahres gekürte Bild viele Menschen erreicht und durch diesen Schritt das Thema Zwangsheirat enttabuisiert wird

 

"DER SPIEGEL" über die Online-Beratung gegen Zwangsheirat

 

Spiegel-Logo

Bielefeld, Oktober 2007. In seiner Print-Ausgabe Nr. 41 vom 08. Oktober berichtet DER SPIEGEL in einem Artikel mit der Überschrift "Flucht vor der Familie" über das Problem der Zwangsheirat von Migrantinnen und die erfolgreiche Arbeit der Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat des Mädchenhauses Bielefeld. In dem Artikel heißt es u.a.: "Tausende in Deutschland lebende Mädchen werden nach Schätzungen jedes Jahr zwangsweise verheiratet. Um die Pläne der Eltern zu durchkreuzen, finanziert NRW-Integrationsminister Armin Laschet (CDU) seit drei Monaten das Bielefelder Projekt der Online-Beratung."

Wer den ganzen Artikel lesen möchte, kann ihn sich hier als PDF herunterladen. Einfach auf den folgenden Link klicken.

In englischer Sprache gibt's den SPIEGEL-Artikel online hier. Ein Interview zum Thema mit Myria Böhmecke, Expertin bei der Frauenrechtsorganisation "Terre des Femmes", gibt's hier zu lesen. Und einen weiteren SPIEGEL-Artikel zum Thema gibt's hier.

 

"Iss Zucker und sprich süß" - Filmveranstaltung in der VHS Ravensberg

 

Bielefeld, September 2007. Am Dienstag, den 09. Oktober 2007, findet im Bürgerzentrum Remise in Halle/Westf. ein Film- und Gesprächsabend zum Thema Zwangsheirat statt. Gezeigt wird der Film "Iss Zucker und sprich süß - Zwangsheirat, die so genannte Familienehre und die Opfer", Referentin ist Eva Sperner.

In der Ankündigung heißt es: "Sie sind in Deutschland geboren oder aufgewachsen. Doch nicht sie selbst, sondern ihre Eltern werden ihren Ehepartner aussuchen. Zwangsverheiratung passiert nicht nur in großen Städten, sondern auch bei uns. Der Film 'Iss Zucker und sprich süß' zeigt am Schicksal einiger Frauen, was Zwangsheirat und die so genannte Familienehre bedeuten: Für die, sie sich fügen und oft in unglücklichen Ehen leiden. Für die, die fliehen und ihre Herkunftsfamilien verlieren. Und für die Eltern, die selbst Gefangene tradierter Moralvorstellungen sind. Der Film lässt betroffene Frauen zu Wort kommen: Sultana aus Pakistan, die Importbraut Ayse und die Autorin Fatma Bläser. Ihre Lebensgeschichten zeigen, welche Folgen erzwungene Ehen haben können. Der Film will für die Problematik sensibilisieren und die Frage aufwerfen, wie Veränderungen bewirkt und Betroffenen geholfen werden kann."

Und hier geht's zur Volkshochschule Ravensberg.

 

Tabuthema Zwangsheirat: Erste Hilfe für Betroffene

 

Essen, August 2007. Am 15.08.07 erschien in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) ein von Martin Tochtrop verfasster Artikel über die Online-Beratung zum Schutz vor Zwangsheirat. Der Artikel hat folgenden Wortlaut:

"Mit einer Online-Beratungsstelle zum Schutz vor Zwangsheirat ging die NRW-Landesregierung Mitte Juni in die Offensive. Jetzt bietet sie über das Mädchenhaus Bielefeld auch Info-Veranstaltungen in Schulen und Jugendzentren an. Einrichtungen in Stadtteilen mit hohem Migrantenanteil werden ermuntert, im Bedarfsfall einen Termin abzusprechen. 'Eine Zwangsheirat liegt dann vor, wenn deine Eltern oder deine Familie entscheiden, wen du heiraten sollst, du den ausgesuchten Partner aber gar nicht heiraten willst': Einfach und verständlich wendet sich die Seite www.zwangsheirat-nrw.de an Rat suchende Mädchen und Frauen. 'Wie jeder Mensch hast auch du das Recht, frei zu entscheiden, wen du heiraten willst!' informiert die Internetseite in deutscher, türkischer, kurdischer, arabischer, albanischer und englischer Sprache.

Rund 5000 Klicks auf die Seite zeigen, dass es einen ernst zu nehmenden Hilfebedarf gibt. Rund zwei Dutzend Mädchen haben sich seit dem Start persönlich an die Stelle gewandt und werden von ihr betreut. 'Wir lassen die Betroffenen in brisanten Fällen und bei akuter Gefährdung nicht im Regen stehen', berichtet die Geschäftsführerin des Mädchenhauses Bielefeld, Birgit Hoffmann-Reuter. Ihre Einrichtung hat die Homepage eingerichtet. In der Regel verweisen die Mitarbeiter der Online-Beratungsstelle aber auf Einrichtungen im Wohnort der Betroffenen.

'Wichtig für unsere Kontaktsuchenden ist vor allem, dass wir ihnen völlige Anonymität zusichern', macht Hoffmann-Reuter deutlich. Die Mädchen hätten oftmals große Angst, seien hohem psychischen und manchmal auch körperlichem Druck innerhalb ihrer Familien ausgesetzt. In der Stelle arbeiten ausschließlich weibliche Beraterinnen mit viel Berufserfahrung und Fingerspitzengefühl. Die Expertinnen sind unter 0521 - 521 68 79 auch telefonisch erreichbar - und zwar nicht nur für Ratsuchende, sondern auch für Lehrer und Sozialarbeiter.

Die Mitarbeiter des Mädchenhauses Bielefeld bieten nach Absprache Veranstaltungen in ganz Nordrhein-Westfalen an - wobei sie Städte des Ruhrgebiets mit hohem Ausländeranteil besonders im Auge haben."

 

Girls’ Day 2007: Das Interesse der Mädchen wächst und wächst

 

Bielefeld, Juni 2007. Das Interesse am Girls' Day steigt von Jahr zu Jahr. 2007 haben sich sowohl in Nordrhein-Westfalen als auch deutschlandweit wiederum deutlich mehr Mädchen an den Schnuppperangeboten der Unternehmen, Hochschulen und Organisationen beteiligt als noch 2006. Insgesamt gewannen fast 140.000 Mädchen einen Einblick in Berufe in Technik, IT, Handwerk, Ingenieurs- und Naturwissenschaften. In Nordrhein-Westfalen nutzten 27.000 Schülerinnen den Mädchen-Zukunftstag, um sich für ihre Berufswahl zu orientieren. Das sind laut der bundesweiten Koordinierungsstelle, dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit in Bielefeld, 10.000 mehr als im Jahr zuvor. Nordrhein-Westfalen habe von allen Bundesländern auch die meisten Angebote für die Mädchen bereit gehalten, so Carmen Ruffer vom Kompetenzzentrum.

Wer mehr Infos möchte, geht einfach auf die Homepage des Girls'Day oder auf frauennrw.de.

 

Häusliche Gewalt: Förderung örtlicher Runder Tische

 

Bielefeld, Juni 2007. Opfern häuslicher Gewalt kann schneller und effektiver geholfen werden, wenn vor Ort alle bestehenden Hilfeangebote gut miteinander vernetzt sind. Auch in 2007 fördert das nordrhein-westfälische Frauenministerium wieder die Arbeit der Runden Tische, Arbeitskreise und Kooperationen gegen häusliche Gewalt bei ihrer Professionalisierung und beim Aufbau von Vernetzungsstrukturen. U. a. werden Mittel für Maßnahmen der Qualifizierung und Moderation sowie für Öffentlichkeitsarbeit und Veranstaltungen zu verschiedenen Themenbereichen der häuslichen Gewalt zur Verfügung gestellt. Neben der Verbesserung der Zusammenarbeit und der Vermittlung allgemeiner Informationen können auch die Sensibilisierung für bestimmte Opfergruppen Thema sein. Mehr Infos gibt's hier.